
Nandito Badea (21) und George Stana (25) wurden vom Old Bailey in London zu acht beziehungsweise zwölf Jahren Haft verurteilt. Sie wurden wegen Körperverletzung mit der Absicht, schwere Verletzungen zu verursachen, schuldig gesprochen, nachdem der Journalist Pouria Zeraati im März 2024 nahe seiner Wohnung in Wimbledon niedergestochen worden war. Die Richterin erklärte, der Angriff sei „für und im Auftrag einer ausländischen Macht“ verübt worden. Ein dritter Verdächtiger, David Andrei, wird in Rumänien vor Gericht gestellt.
(Redaktion: Vereinigtes Königreich & Rumänien / Justiz & Kriminalität)
Am Freitag, dem 3. Juli 2026, verkündete das Central Criminal Court (Old Bailey) in London die Urteile gegen zwei rumänische Staatsbürger wegen des Angriffs auf Pouria Zeraati, Moderator des persischsprachigen Senders Iran International. Nandito Badea erhielt acht Jahre, George Stana zwölf Jahre Haft.
Der Angriff im März 2024
Der Angriff ereignete sich am 29. März 2024 nahe Zeraatis Wohnung in Wimbledon im Südwesten Londons. Er wurde dreimal in den Oberschenkel gestochen, als er zu seinem Auto ging. Staatsanwalt Duncan Atkinson erklärte, die Männer hätten den Journalisten zuvor umfangreich ausgespäht. Badea stach auf ihn ein, während David Andrei ihn festhielt. Stana wartete in einem blauen Mazda 3, der von Überwachungskameras erfasst wurde.
Flucht und Auslieferung
Die Männer flohen und verließen Großbritannien über den Flughafen Heathrow. Im Dezember 2024 wurden sie in Rumänien festgenommen und anschließend nach Großbritannien ausgeliefert. Beide bestritten die Vorwürfe. Badea sagte, er habe nicht gewusst, dass Zeraati Journalist sei; Stana erklärte, er sei überrascht gewesen, als seine Mitfahrer ihm von der Messerattacke berichteten.
Die Feststellung der Richterin
Richterin Bobbie Cheema-Grubb sagte, die Beweise deuteten überwältigend darauf hin, dass der Angriff im Auftrag der iranischen Regierung ausgeführt wurde. Sie sei überzeugt, dass er für und im Interesse einer ausländischen Macht begangen worden sei. Zeraati sei ein bekannter Kritiker des Regimes gewesen und zuvor bedroht worden, ebenso Mitglieder seiner Familie. Stana hätte nach Ansicht der Richterin erkennen müssen, dass der gezielte und schwere Angriff im Namen Irans erfolgte; deshalb erhielt er die längere Strafe.
Reaktionen britischer Behörden
Die britische Sicherheitsministerin Angela Eagle bezeichnete den Angriff als „abscheulich“ und sagte, er sei im Namen Irans verübt worden, bevor die Männer flohen. Wer im Vereinigten Königreich im Auftrag eines ausländischen Staates Straftaten begehe, werde identifiziert, verfolgt und bestraft. Kris Wright, Leiter der Londoner Anti-Terror-Polizei, erklärte, auch von ausländischen Staaten angeworbene Personen würden gefasst und zur Verantwortung gezogen.
Auswirkungen auf das Opfer
Zeraati erhielt eine Notfallbehandlung und kehrte im folgenden Monat zur Arbeit zurück. Er sagte, „die Show muss weitergehen“. In seiner Opfererklärung berichtete er, der Angriff habe ihn „ängstlich und verunsichert“ zurückgelassen und er sei aus Angst vor möglichen Vergeltungsmaßnahmen ins Ausland gezogen.
Der größere Zusammenhang
Iran International wurde 2022 von Teheran ebenso wie der persischsprachige Dienst der BBC als „terroristische Organisation“ eingestuft. Britische Sicherheitsdienste bringen Iran mit einer wachsenden Zahl von Anschlagsplänen in Verbindung, bei denen kriminelle Mittelsleute Oppositionsmedien und die jüdische Gemeinschaft ins Visier nehmen. MI5-Chef Ken McCallum erklärte im Oktober 2025, in den vorangegangenen zwölf Monaten seien mehr als 20 potenziell tödliche, vom Iran unterstützte Pläne vereitelt worden.
Einordnung
Mit den Urteilen endet das britische Verfahren gegen die beiden rumänischen Angeklagten. Die Richterin stellte einen Bezug zu den Interessen einer ausländischen Macht her; Iran bestreitet eine Beteiligung. Der Fall verdeutlicht zudem die Sicherheitsrisiken für oppositionelle Medien im Exil und den mutmaßlichen Einsatz krimineller Mittelsleute bei aus dem Ausland gesteuerten Operationen.






Kommentar verfassen