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by Tomeci Press Publications

Klassenzimmer mit durchgestrichenem Hijab, Karte von Assenede und Hinweis auf das Verbot religiöser Symbole an Provinzschulen seit 1. September 2024.

Hadija Amajoud unterrichtete seit 2022 an der Kiempunt Campus Assenede, einer provinzialen Grundschule für Sonderpädagogik. Obwohl sie eine unbefristete Stelle hatte und nie negativ bewertet worden war, entließ die Provinz Ostflandern sie, nachdem sie sich geweigert hatte, die neuen Neutralitätsregeln einzuhalten, die sichtbare religiöse Symbole verbieten. Es ist der erste Fall dieser Art in Flandern.

(Redaktion: Belgien / Bildung & Gesellschaft)

Die Provinz Ostflandern beschloss nach einem Disziplinarverfahren, Hadija Amajoud zu entlassen. Sie unterrichtete seit dem 1. September 2022 an der Kiempunt Campus Assenede, einer provinzialen Grundschule für Sonderpädagogik. Der Grund: ihre Weigerung, die Regelung einzuhalten, die sichtbare religiöse Symbole am Arbeitsplatz verbietet.

Was ist passiert?

Hadija Amajoud trug ein Kopftuch, als sie an der Schule in Assenede zu unterrichten begann. Am 27. Juni 2024 änderte die Provinz ihre Personalordnung. Ab dem 1. September 2024 trat ein ausdrückliches Verbot sichtbarer religiöser und weltanschaulicher Symbole in Kraft, mit Ausnahme von Lehrkräften für Religion oder weltanschauliche Fächer. Amajoud weigerte sich, die Regel zu befolgen, und erklärte, sie könne ohne ihr Kopftuch nicht unterrichten. Nach mehreren Gesprächen und Verfahren erschien sie am 3. September 2026 vor der Disziplinarkommission der Provinz, die ihre Entlassung beschloss.

Die Reaktion der Lehrerin

Hadija Amajoud reagierte scharf auf die Entscheidung: „Ich verliere nicht nur meinen Arbeitsplatz, sondern auch mein Einkommen, meine Sicherheit und meine feste Stelle. Alles, was ich aufgebaut habe, ist plötzlich zerbrochen.“ Sie erklärte, dass sie am 1. Januar 2024 eine unbefristete Stelle erhalten habe, gut Niederländisch spreche und nie negativ bewertet worden sei. „Ich sage meinen Schülern jeden Tag, dass sie sie selbst sein dürfen. Wie kann ich ihnen weiterhin eine gute Bildung bieten, wenn ich ihnen sage, dass alle willkommen sind, ich selbst aber nicht ich sein darf?“, sagte sie gegenüber VRT NWS.

Amajoud hält die Auslegung der Neutralität durch die Provinz für „rein politisch“ und fragt sich, „wie weit ein Arbeitgeber die persönliche Freiheit einer Lehrkraft einschränken darf“. Zwei Wochen vor der Entscheidung wurde sie vor dem Provinzgebäude in Gent von einigen Unterstützern begleitet.

Die Position der Provinz: „Regeln sind Regeln“

Der erste Provinzdeputierte Kurt Moens (N-VA) verteidigte die Entscheidung: „Als Deputation sind wir verpflichtet, eine demokratisch verabschiedete Personalordnung einzuhalten.“ Er verwies auf die Verfassung und das Prinzip der staatlichen Neutralität. Die Regelung gilt für alle Beschäftigten an Provinzschulen und verbietet „Zeichen, Symbole oder Kleidung, die eine politische oder religiöse Überzeugung ausdrücken“.

Gewerkschaft ficht die Entscheidung an

Die sozialistische Gewerkschaft ACOD kündigte an, die Entlassung vor der Berufungskammer in Brüssel anzufechten. „Wir werden uns so weit wie möglich dagegen wehren“, sagte Kristof Bruyland, Vertreter der ACOD. Er sieht in der Entscheidung einen gefährlichen Präzedenzfall. Gewerkschaftsvertreter sprechen von einer „persönlichen Regelung“ und nicht lediglich von der Anwendung einer allgemeinen Vorschrift.

Ein größerer Kontext: die Debatte über Neutralität und den Lehrermangel

Der Fall Hadija Amajoud ist Teil einer größeren Debatte in Flandern. Einerseits hat die Provinz Ostflandern die Neutralitätsregeln auch auf Schüler ausgeweitet, während andere Schulen in anderen Bildungsnetzen ähnliche Regeln anwenden. Andererseits herrscht ein akuter Lehrermangel. „In Zeiten eines Lehrermangels sollten wir darüber nachdenken, wie wir den Begriff ‚Neutralität‘ definieren wollen“, sagte Amajoud. „Niemand ist wirklich neutral. Jede Lehrkraft betritt das Klassenzimmer mit ihren eigenen Überzeugungen.“

Fazit

Laut belgischen Medien ist die Entlassung von Hadija Amajoud der erste Fall in Flandern, in dem eine Lehrkraft ausdrücklich wegen des Tragens eines Kopftuchs entlassen wurde. Der Fall hat starke Reaktionen ausgelöst und wirft grundlegende Fragen über die Grenzen der Neutralität im Bildungswesen, die Freiheit religiösen Ausdrucks am Arbeitsplatz und die Vereinbarkeit dieser Prinzipien mit dem Bedarf an Lehrkräften in einem unter Druck stehenden Bildungssystem auf. Als Nächstes befasst sich die Berufungskammer in Brüssel mit dem Fall; die Gewerkschaft hofft, die Entscheidung aufheben zu lassen.

Frau und Demonstranten mit Schildern „GEEN DISCRIMINATIE“, „ONZE RECHTEN, ONZE STEM“ und „RECHT OP WERK“.

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