
Die von der föderalen Kriminalpolizei Ostflandern und der Föderalagentur für die Sicherheit der Lebensmittelkette koordinierte Untersuchung richtet sich gegen ein internationales Netzwerk, das Pferde aus Irland zur Schlachtung brachte, obwohl einige Tiere verbotene Medikamente erhalten hatten. In Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Irland wurden 24 Durchsuchungen durchgeführt. In Belgien wurden drei Verdächtige festgenommen, zwei von ihnen bleiben in Haft.
(Redaktion: Belgien / Justiz & Lebensmittelsicherheit)
Die Ratskammer von Dendermonde hat am Dienstag, dem 15. September 2026, beschlossen, die Untersuchungshaft des zweiten Verdächtigen in dem Verfahren um für den menschlichen Verzehr ungeeignete Pferde um einen weiteren Monat zu verlängern. Es handelt sich um einen 54-jährigen Mann aus Kruisem, der einen weiteren Monat im Gefängnis bleiben muss. Die Entscheidung folgt auf das Urteil vom vergangenen Freitag, mit dem die Haft des ersten Verdächtigen, eines 45-jährigen Mannes aus Sint-Gillis-Waas, ebenfalls um einen Monat verlängert wurde.
Ein internationales Netzwerk mit „recycelten“ Pferden
Die Ermittlungen wurden von der föderalen Kriminalpolizei Ostflandern in Zusammenarbeit mit der Föderalagentur für die Sicherheit der Lebensmittelkette (FAVV) eingeleitet. Die Ermittler deckten ein System auf, bei dem Pferde, die nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt waren — etwa Sportpferde, die verschiedene Medikamente erhalten hatten — betrügerisch als schlachttaugliche Tiere deklariert wurden. Nach Angaben der Ermittler stammte ein erheblicher Teil dieser Pferde aus Irland und wurde nach Europa exportiert, wo die Tiere schließlich in Schlachthöfen landeten.
Ein Pferdehändler aus Ostflandern gilt für die Polizei und die Staatsanwaltschaft Ostflandern als zentrale Figur des Netzwerks. Er soll mit weiteren Verdächtigen in den Niederlanden, Frankreich und Irland zusammengearbeitet haben.
Durchsuchungen in vier Ländern
In der vergangenen Woche führten die Ermittler 24 Durchsuchungen in Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Irland durch. In Belgien wurden drei Personen zur Befragung festgenommen. Der Untersuchungsrichter ordnete für zwei von ihnen Untersuchungshaft an: den 45-jährigen Mann aus Sint-Gillis-Waas und den 54-jährigen Mann aus Kruisem. Die dritte Verdächtige, eine 36-jährige Frau aus Sint-Gillis-Waas, wurde unter gerichtlicher Aufsicht freigelassen.
Am Freitag erschienen die beiden Männer vor der Ratskammer in Dendermonde. Das Gericht verlängerte die Haft des ersten um einen Monat, vertagte jedoch die Entscheidung über den zweiten. Am Dienstag beschloss die Ratskammer, dass auch der zweite Mann einen weiteren Monat in Untersuchungshaft bleiben muss.
Wie geht es weiter?
Die Ermittlungen werden unter der Leitung des Untersuchungsrichters fortgesetzt. Die belgischen Behörden arbeiten mit ihren Kollegen in den Niederlanden, Frankreich und Irland zusammen, um das gesamte Netzwerk aufzudecken und das Ausmaß des mutmaßlichen Betrugs festzustellen. Außerdem wird untersucht, wie bestehende Systeme möglicherweise missbraucht wurden, um Tiere, die die gesetzlichen Voraussetzungen nicht erfüllten, in die Lebensmittelkette gelangen zu lassen.
Fazit
Der Fall der für den menschlichen Verzehr ungeeigneten Pferde macht Schwachstellen im Rückverfolgbarkeitssystem für Schlachttiere sichtbar. Obwohl sich die Ermittlungen noch in einem frühen Stadium befinden, unterstreicht die verlängerte Untersuchungshaft der beiden Verdächtigen die Entschlossenheit der Behörden, gegen diese Art von Betrug vorzugehen, die die Lebensmittelsicherheit europäischer Verbraucher gefährden kann.






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