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by Tomeci Press Publications

Infografik zum Sprachkonflikt in Wemmel

Die Ständige Kommission für Sprachkontrolle (VCT) hat entschieden, dass Verkehrsschilder in Wemmel, einer Gemeinde mit Spracherleichterungen, gegen die Gesetzgebung verstoßen, weil sie ausschließlich auf Niederländisch angebracht sind. Die Flämische Region lehnt die Entscheidung über Mobilitäts- und Verkehrsministerin Annick De Ridder (N-VA) ab und löst damit einen neuen Sprachkonflikt rund um die Hauptstadt aus.

(Redaktion: Belgien / Mobilität & Politik)

Diese Woche wurde ein neues Kapitel im belgischen Sprachkonflikt geschrieben, diesmal im Zusammenhang mit den Verkehrsschildern auf dem Brüsseler Ring (R0). Die Ständige Kommission für Sprachkontrolle (Vaste Commissie voor Taaltoezicht – VCT) entschied, dass bestimmte Schilder in der Gemeinde Wemmel, die am nördlichen Stadtrand von Brüssel liegt und französischsprachigen Einwohnern Spracherleichterungen bietet, illegal sind, weil sie ausschließlich auf Niederländisch angebracht sind.

Was sieht die Entscheidung der Sprachkommission vor?

Die Kommission wurde aufgrund einer offiziellen Beschwerde von Gerfa (Groupe d’Etudes et de Recherches sur les Francophones), einer Organisation zur Verteidigung der Rechte der französischsprachigen Bevölkerung, befasst. Die Beschwerde betrifft Ring-Schilder, auf denen beispielsweise die Städte Bergen und Namen statt ihrer französischen Bezeichnungen Mons und Namur angegeben sind. Nach Ansicht der Kommission müssen Schilder, die für die breite Öffentlichkeit bestimmt sind, zweisprachig sein – auf Niederländisch und Französisch, da Wemmel eine Gemeinde mit Spracherleichterungen ist.

Flanderns Position: eine kategorische Ablehnung

Die Flämische Region hat die Entscheidung der Kommission über Mobilitäts- und Verkehrsministerin Annick De Ridder (N-VA) entschieden zurückgewiesen. Ein Sprecher der Ministerin erklärte, Wemmel sei und bleibe eine flämische Gemeinde und die Spracherleichterungen machten sie nicht zu einem zweisprachigen Gebiet.

Die flämischen Behörden argumentieren, dass die Schilder auf dem Ring für den regionalen und internationalen Verkehr bestimmt sind und nicht für die Einwohner von Wemmel. Daher sei Niederländisch die einzige verpflichtende Sprache. Diese Position entspricht der flämischen Politik, den niederländischsprachigen Charakter Flanderns auch in Gemeinden mit Spracherleichterungen zu schützen – ein sensibles Thema in der flämischen Politik.

Ein Konflikt mit rechtlichen und politischen Folgen

Obwohl die VCT die föderale Aufsichtsbehörde für die Anwendung der Sprachgesetzgebung ist, sind ihre Empfehlungen rechtlich nicht bindend. Die flämische Agentur für Straßen und Verkehr (Agentschap Wegen en Verkeer) muss jedoch innerhalb von drei Monaten offiziell auf die Empfehlungen der Kommission reagieren.

Der Präsident von Gerfa, Michel Legrand, betonte, dass seine Aktion nicht darauf abzielt, politische Spannungen zu schüren, sondern die strikte Einhaltung des Bundesrechts sicherzustellen. Er wies darauf hin, dass ausschließlich niederländische Schilder Verwirrung verursachen und ein Risiko für die Verkehrssicherheit darstellen können, insbesondere für internationale Fahrer, die diese wichtige Route nutzen.

Wenn Flandern die Empfehlungen der Kommission weiterhin ignoriert, kann Gerfa den Staatsrat, das höchste Verwaltungsgericht Belgiens, anrufen, um den Konflikt zu lösen.

Der größere Kontext

Dieser Konflikt ist der jüngste in einer Reihe von Streitigkeiten über die Sprache auf Verkehrsschildern rund um Brüssel. Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche zweisprachige Schilder übermalt oder zerstört, während Flanderns Haltung, zweisprachige Schilder vom Ring zu entfernen, eine ständige Quelle der Spannung geblieben ist. Die Entscheidung der Kommission und die Ablehnung durch Flandern verdeutlichen erneut die tiefen politischen und sprachlichen Spaltungen Belgiens, in dem selbst Verkehrsschilder zu einem symbolischen Schlachtfeld werden können.

Pressekonferenz im Flämischen Parlament

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