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by Tomeci Press Publications

Zeitleiste der Ermittlungen zum Buchraub von Feltham

Im Januar 2017 drangen Diebe durch das Dach in ein Lagerhaus im Westen Londons ein. Sie seilten sich 12 Meter ab, umgingen die Bewegungsmelder und stahlen 240 seltene Bücher – darunter Werke von Galileo, Newton und Goya – im Wert von mehr als 2,5 Millionen Pfund. Die Bücher wurden 2020 in einem Haus im rumänischen Kreis Neamț vergraben gefunden. Zwölf Männer wurden später zu insgesamt mehr als 48 Jahren Haft verurteilt.

(Redaktion: Vereinigtes Königreich & Rumänien / Justiz & Kriminalität)

Einer der spektakulärsten Bücherdiebstähle der jüngeren Geschichte ereignete sich in der Nacht vom 29. auf den 30. Januar 2017 in einem Post-Transitlager in Feltham im Westen Londons. Das von Frontier Forwarding betriebene Lager beherbergte eine Sammlung seltener Bücher, die für eine Spezialauktion in die USA geschickt werden sollte. Die Täter gingen mit nahezu militärischer Präzision vor – und erinnerten damit an „Mission: Impossible“.

Die Methode: Akrobatik, Geduld und das Umgehen der Alarmsysteme

Zwei Täter schnitten eine Öffnung in das Dach und seilten sich 12 Meter in das Gebäude ab. Um Bewegungs- und Alarmsensoren nicht auszulösen, bewegten sie sich von Regal zu Regal, ohne den Boden zu berühren. Der Einsatz dauerte rund fünf Stunden. Die Bücher wurden vorsichtig in 16 große Taschen gelegt. Kein Alarm wurde ausgelöst.

Die Beute: 240 seltene Bücher von enormem kulturellem Wert

Unter den rund 240 Bänden befand sich unter anderem eine Ausgabe von 1566 von De revolutionibus orbium coelestium von Nicolaus Kopernikus im Wert von etwa 215.000 Pfund, Ausgaben von Aesops Fabeln und Tragödien von Euripides, Werke von Galileo Galilei und Sir Isaac Newton, darunter eine seltene Ausgabe der Principia, sowie 80 Zeichnungen von Francisco de Goya. Die britische Polizei bezeichnete die Werke als kulturell international bedeutsam und unersetzlich.

Die Bande und ihre Verbindungen zur organisierten Kriminalität

Die Ermittlungen dauerten mehr als drei Jahre und wurden von Behörden aus dem Vereinigten Königreich, Rumänien und Italien mit Unterstützung von Europol und Eurojust geführt. Die Ermittler identifizierten eine rumänische organisierte kriminelle Gruppe mit Verbindungen zum Clamparu-Netzwerk.

Die Gruppe arbeitete grenzüberschreitend. Mitglieder wurden gezielt nach Großbritannien gebracht, um Einbrüche zu begehen, während andere die Beute außer Landes schafften. Die Bande wurde mit 12 Einbrüchen in britische Lagerhäuser zwischen Dezember 2016 und April 2019 in Verbindung gebracht. Gestohlen wurden vor allem hochwertige, leicht transportierbare Waren wie Smartphones, Tablets und Laptops. Der Gesamtwert der Beute wurde auf etwa 4,5 Millionen Pfund geschätzt.

Das Versteck: unter einer Betonplatte in einem Haus in Neamț

Die Bücher wurden nach Rumänien gebracht und sorgfältig versteckt. Im September 2020 fanden rumänische Behörden bei Durchsuchungen in den Kreisen Neamț, Iași und Suceava die Bücher in einem Haus im Kreis Neamț. Die Bände waren in Plastik verpackt, in zwei Behältern gelagert und unter dem Boden eines Nebengebäudes unter einer Betonplatte versteckt.

Die Urteile: 48 Jahre und fünf Monate Haft

Im Oktober 2020 wurden 12 rumänische Männer vom Kingston Crown Court wegen einer Reihe von Einbrüchen, darunter dem Raub in Feltham, verurteilt. Die Gesamtstrafen beliefen sich auf 48 Jahre und fünf Monate. Richter Jonathan Davies bezeichnete die Einbrüche als sorgfältig geplante Operationen, die mit einer Geschicklichkeit ausgeführt worden seien, die an „Mission: Impossible“ erinnere.

Die längste Strafe von fünf Jahren und acht Monaten erhielt Gavril Popinciuc, 45, dem eine überwachende und kontrollierende Rolle zugeschrieben wurde. Christian Ungureanu, 41, dem das Gericht eine Führungsrolle zuschrieb, erhielt ebenfalls eine hohe Strafe.

Die Rückgabe der Bücher: ein glückliches Ende nach dreieinhalb Jahren

Im November 2020 wurden 236 der 240 Bücher an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben. Alessandro Riquier, einer der betroffenen italienischen Händler, erklärte, dass die schreckliche Geschichte nach dreieinhalb Jahren endlich ein glückliches Ende gefunden habe. Ein Buch fehlte, vier weitere waren beschädigt; die übrigen Bücher waren in gutem Zustand.

Fazit

Der Raub von Feltham bleibt einer der spektakulärsten und am besten dokumentierten Fälle von Kulturgutdiebstahl der jüngeren Geschichte. Er zeigt sowohl die Professionalität transnationaler organisierter Kriminalität als auch die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit bei der Rückholung unersetzlicher Kulturgüter. Für die 12 Verurteilten endete ihre „Mission: Impossible“ mit Gefängnisstrafen.

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